Kennst du das? Nach der Geburt eines Babies erwischt dich der Baby Blues. Das ist eine Traurigkeit, die durch den Hormoncocktail entsteht, dem du ausgesetzt bist. Der andere Part ist seelisch. Zu einen ist etwas, dass zehn Monate in dir gewachsen ist auf einmal raus und weg. Es ist auf der Welt und beginnt sein eigenes selbstständiges Leben. Zum anderen wird dir bewusst, dass du ab jetzt eine Verantwortung für ein anderes Leben trägst. Eine Verantwortung, die dich nie wieder verlässt. Du beginnst dir die ersten Sorgen zu machen. Trinkt das Baby genug, schläft es ausreichend, geht es ihm gut und wie kann ich es vor allem Bösen und allem Schmerz der Welt beschützen?

Der Veröffentlichungs Blues

Eine Geschichte reift in dir. Du lebst in dem Leben deiner Charaktere, wirst eins mit ihnen. Du weißt sie haben Stärken und Schwächen. Du möchtes auf der einen Seite, dass es endlich vorbei ist mit den Überarbeitungen, aber du weißt auch, dass sie im Grunde niemals zu Ende sein werden. Wann ist der richtige Zeitpunkt die Geschichte loszulassen? Nach der ersten Überarbeitung, der zweiten oder der dritten? Dem ersten Lektorat, dem zweiten oder dem dritten? Doch noch ein Korrektorat? Nach dem ersten oder dem zweiten? Zweifel, über Zweifel. Und dann findest du den Mut es loszulassen und fällst in ein tiefes Loch. Obwohl du dafür gesorgt hast, dass du bereits das nächste Buch im Lektorat hast und das übernächste gerade schreibst.

Der Blues zwischen Hoffen und Bangen

Die Hoffnung auf den Bestseller, dass Buch, was in den Bestsellerlisten wie eine Raket nach oben steigt, stirbt nie. Jedes Mal wird sie aufs neue zerstört. Stirbt, während sie noch am abheben ist. Postives Feedback gibt immer wieder neuen Brennstoff, doch es reicht einfach nicht. Sie ist zu schwer und bleibt auf halber Strecke in der Schwebe. Das sind meine Bücher. Sie finden Fans, doch noch viel zu wenige. Ich erlebe immer wieder wunderschöne Momente, wenn mir einer meiner Fans schreibt oder eine so überaus wichtig Rezension hinterlässt ohne die kein Buch heute mehr auskommt, wenn es nicht direkt im Wust der Neuerscheinungen verschwinden möchte. Ohne diese Fans wäre es schwer für mich weiterzumachen. Denn manchmal reicht es nicht aus, dass ich allein meine Geschichte liebe. Ich brauche andere Menschen, die ich damit genauso berühre, wie mich selbst.

Blues in der Musik

Wenn du ein Musiker bist kennst du ein Geheimnis. Du weißt nämlich das Blues gespielt wird, indem die Moll-Tonarten verwendet werden und zu jedem Moll gibt es eine Dur. Und das ist ein fröhlicher Klang. Die Tiefe gehört dazu, damit wir in die Höhe wandern können. Das Aufsteigen macht mir viel mehr Spaß, als das Absteigen. Doch es gäbe keinen Aufstieg ohne den Abstieg. Also konzentriere ich mich wieder auf die nächste Geschichte. Tauche erneut ein in eine andere Welt und frage mich: Wird es diesmal das Buch, das mir den Durchbruch beschert? Und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm, denn es ist ein Buch mehr von mir auf dem Markt, dass einen neuen Fan auf meine Spur locken kann. Zehn Downloads pro Tag in 365 Tagen pro Jahr, macht auch 3.650,- Euro im Jahr und das Mal 20 - ja davon kann ich leben.

Kerstin Rachfahl
 

Schreiben ist meine Leidenschaft. Dass ich einmal meinen Lebensunterhalt mit meinen Geschichten verdienen würde, hätte ich mir nie erträumt. Auf diesem Blog möchte ich dir zeigen, wie mir das gelungen ist. Was ich kann - kannst du auch. Worauf wartest du noch? Hier findest du mehr zu meinen Büchern: Kerstin Rachfahl

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